
Von gewisser Art
Ich schreibe, weil mir Dinge nicht genügen, wenn ich sie nur gesehen habe.
Manche brauchen einen zweiten Blick. Das geschriebene Wort und müssen gelesen werden um wieder sichtbar zu werden.
Ich habe mich daran gewöhnt, nicht sofort zu urteilen.
Habe gelernt, dass Klarheit Zeit braucht dass Ordnung nicht selbstverständlich ist und dass beides nur dann etwas wert ist, wenn man es selbst trägt.
Ich lese viel.
Nicht aus Fleiß.
Sondern, weil ich gern in Gedanken lebe, die nicht meine sind und dann doch etwas mit mir machen und Teil von mir und meiner Sicht auf die Welt werden.
Ich gehe gern früh aus dem Haus. Wenn die Stadt und die Landschaft noch ruhig sind und die Orte niemandem gehören.
Ein Park am Morgen ist kein besonderer Ort. Und vielleicht gerade deshalb einer der wenigen, an denen man sich nicht verstellen muss.
Ich mag Dinge, die bleiben. Nicht, weil sie teuer sind. Sondern, weil jemand sich Mühe gegeben hat, sie richtig zu machen.
Weil sie als Teil der Geschichte eines Menschen entstanden sind und Teil der Geschichte eines anderen werden.
Ein Stück Stoff, das nachgibt, ohne nachzulassen.
Eine Tasse, die gut in der Hand liegt, auch wenn man nicht darauf achtet.
Dinge mit einer Form von Ruhe, die man nicht herstellen kann.
Konsum interessiert mich wenig. Er ersetzt oft nur die Frage, ob etwas gut ist.
Ich habe gelernt, dass man vieles nicht braucht, wenn man genau genug hinsieht.
Manieren sind für mich kein Schmuck. Sie sind eine Form von Respekt. Vor dem Raum, vor den Dingen, und vor den Menschen, die sich darin bewegen.
Es sind kleine Gesten. Eine Tasse, die man nicht stehen lässt. Ein Schritt zur Seite. Ein Blick, der den anderen sieht.
Sie sind unscheinbar. Und gerade deshalb so eindeutig.
Ich freue mich über Dinge, die für andere selbstverständlich sind.
Vielleicht, weil sie es nicht sind.
Ich schreibe, weil ich Frauen liebe.
Nicht als Idee. Sondern als Gegenwart.
In der Art, wie sie sich durch die Welt bewegen, wenn sie nicht beobachtet werden.
In der Ruhe, die entsteht, wenn sie sich nicht erklären müssen.
Und in diesem stillen Einverständnis, das manchmal zwischen zwei Blicken liegt und keine Worte braucht.
Meine Sehnsucht richtet sich auf sie.
Nicht laut.
Aber beständig.
Wie etwas, das nicht vergeht, nur weil man es nicht ausspricht.
Der Zauber bleibt bestehen.
Ich schreibe, um das festzuhalten.