Gedanken

Das Sträußchen

Ich glaube nicht, dass besondere Dinge immer besonders sein müssen.

Nicht laut, teuer, glänzend oder sonst wie irgendwie auffällig.

Dieses Sträußchen ist klein. Ein paar Blümchen, Gräser und Ähren, gepflückt am Wegesrand.

Und es ist das erste Sträußchen, das M für mich gepflückt hat.

Vielleicht ist es gerade deshalb so bedeutend.

Sie hat diese Blumen gesehen. Hat sie ausgesucht, gepflückt und zusammengetragen. Aus etwas, an dem man sonst vielleicht einfach vorbeigegangen wäre, wurde erst ein Gedanke und dann eine Handlung. Etwas für mich.

Dabei ist es aus demselben Licht und demselben Regen gemacht wie unsere Äpfel, das Gemüse in unserem Garten und das Getreide auf dem Feld.

Es gibt da keine künstliche oder örtliche Trennung.

Der Strauß ist einfach ein sichtbarer Beweis dafür, dass die Natur lebendig ist und sich austauscht. Und vielleicht auch dafür, dass wir Menschen mit ihr dasselbe tun.

Er muss nicht ewig halten. Er tut jetzt, in diesem Moment, genau das, wofür er da ist:

Er ist schön.

Vom Gedanken zur Handlung.
Von der Wiese in ihre Hand.
Von ihrer Hand in meine.
Und von dort in mein Herz.

Damit werden diese paar Blümchen genauso Teil von mir wie die Äpfel, das Gemüse in unserem Garten und das Getreide auf dem Feld.

Alles gehört weiter zusammen.

Nichts ging verloren.

Nur Form und Bedeutung haben sich für mich verändert.

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